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Tarifverhandlungen

Das Angebot, das keines war

27.04.2026

Am vergangenen Freitag haben sich der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und die Gewerkschaften zur zweiten Runde der Vergütungstarifverhandlungen getroffen. Das Angebot des Senders war eine herbe Enttäuschung.

Mit Spannung hatten DJV, Unisono und ver.di die zweite Runde der Tarifverhandlungen erwartet. Schließlich waren beide Seiten beim letzten Mal - am 18. März 2026 - mit dem Versprechen auseinander gegangen, nach “kreativen Lösungen” zu suchen. Insofern bestand eine gewisse Erwartungshaltung bezüglich der Reaktion des MDR auf die Forderungen der Gewerkschaften.

Was die MDR-Vertreter dann aber mitbrachten, kann man nur als herbe Enttäuschung bezeichnen. Für eine Laufzeit von 12 Monaten sollte es im laufenden Jahr einen zusätzlichen freien Tag für Freie und Festangestellte geben. Mehr nicht.

Natürlich sind die Spielräume des MDR begrenzt, das ist auch den Gewerkschaften bewusst. Aber dieses Angebot ist nicht einmal eine Verhandlungsgrundlage. Offensichtlich besteht auf beiden Seiten eine unterschiedliche Auffassung von Kreativität. Denn die braucht es, wenn man nichts gegen den inflationsbedingten Reallohnverlust bei den Mitarbeitenden tun kann, weil unklar ist, ob und wann eine Beitragserhöhung kommt.

Und der Instrumentenkasten ist aus Sicht der Gewerkschaften gut gefüllt: Neben Freizeit, wie angeboten, könnte es beispielsweise von Beschäftigungssicherung über den Bestandsschutz bis hin zu METIS-Zählpixeln gehen. Alles keine Geheimnisse, sondern bereits in den Forderungspapieren der Gewerkschaften enthalten, die wir schon vor dem Auftakt der Verhandlungen übermittelt hatten.

Am 13. Mai 2026 soll es den nächsten Verhandlungstermin geben. Und wir erwarten vom MDR, dass er sich bis dahin ernsthafte Gedanken darüber macht, wie fehlende finanzielle Spielräume kompensiert werden können. Und zwar so, dass sich Beschäftigte wertgeschätzt fühlen und nicht glauben müssen, nur hingehalten und abgespeist zu werden. Letzteres führt nur zu Frustration auf der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – und diese Frustration droht sich irgendwann Bahn zu brechen.

Wir halten euch selbstverständlich auf dem Laufenden. 
(Das Original der Mitteilung ist hier herunterladbar)