Mitglied werden

Tarifabschluss

MDR: Beschäftigung sichern, Einbrüche abfedern

03.06.2026

Der MDR spart - auf Kosten der Mitarbeitenden. Deswegen ging es in dieser Tarifrunde darum, Beschäftigung zu sichern und Einbrüche abzufedern. Wir erläutern die Details der Einigung.

Die vergangenen Wochen haben deutlich gemacht, wie schwierig die aktuelle Tarifrunde ist. Die bislang ausstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur nicht erfolgten Beitragsanpassung führt dazu, dass dem MDR erhebliche Mittel fehlen. Daher hat der Sender zusätzliche Einsparungen vorgenommen und weitere angekündigt. 

Vor diesem Hintergrund war schnell klar: Eine Tarifverhandlung mit Schwerpunkt auf Entgelterhöhungen ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht möglich. Für die Gewerkschaften rückte daher in den Mittelpunkt, was viele gerade am meisten bewegt:  Beschäftigung sichern und finanzielle Einbrüche abfedern.

Zwar hat MDR-Intendant Ralf Ludwig in der virtuellen Personalversammlung der MDR-Zentrale am 27. Mai verkündet, mit den Sparmaßnahmen sei “noch nicht der Untergang des Abendlandes eingeläutet”. Auch wenn das möglicherweise ein Beschwichtigungsversuch gewesen sein sollte - wir als DJV Sachsen halten die Formulierung für mindestens unsensibel. Für Mitarbeitende, die erhebliche Einschnitte ihres Auftragsumfangs hinnehmen müssen oder auf deren Mitarbeit ganz verzichtet wird, bedeutet es - genau dies.  

Deshalb wurde mit dem MDR ein entsprechender Schutz für einen begrenzten Zeitraum vereinbart: Bis Ende März 2027 wird es keine betriebsbedingten Kündigungen bzw. Be­endigungen geben. Damit wird Planungssicherheit geschaffen, auch wenn klar ist, dass dies ange­sichts der Sparvorgaben nur eine Zwischenlösung sein kann. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Situation derjenigen freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von den im Mai verkündeten Sparmaßnahmen (Mittagsmagazin, MDR um 2) besonders betroffen sind. Hier wurde von den Tarifpartnern ein Ausgleichsmechanismus entwickelt: Wer im Zeitraum von April 2026 bis März 2027 Honorareinbußen erleidet, erhält eine Ausgleichssonderzahlung (ASZ), die nach Dauer der Tätigkeit gestaffelt ist. Grundlage ist das Einkommen des Jahres 2025:

ab 20 Jahre wiederkehrende Tätigkeit: ASZ bis 90 % der Bezüge 2025

10 bis 19 Jahre wiederkehrende Tätigkeit: ASZ bis 85 % der Bezüge 2025

1 bis 9 Jahre wiederkehrende Tätigkeit: ASZ bis 80 % der Bezüge 2025

Auszeiten wie Elternzeit oder Langzeiterkrankungen werden berücksichtigt (Vgl. Ziff. 12.4 TV Freie). Damit sollen die gravierendsten Einschnitte abgefedert werden. 

Insgesamt zeigt das Ergebnis vor allem eines: Unter den aktuellen Bedingungen konnte es nicht um Verteilungsspielräume gehen. Sondern darum, Arbeitsplätze zu schützen und diejenigen zu unterstützen, die von den Einschnitten unmittelbar betroffen sind. 

Die Laufzeit des Tarifvertrages endet am 31.12.2026, so dass wir bereits Ende des Jahres mit dann hoffentlich klareren Rahmenbedingungen neue Verhandlungen beginnen können.

Das Ergebnis steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der jeweiligen Gremien.

Zur offiziellen Tarifinfo von DJV, Verdi und Unisono, die beim MDR gemeinsam verhandeln, geht es hier entlang.