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erscheint 25.9.2003

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© DJV-Kurier 46, Dresden, 2003, Vervielfältigung oder Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion

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Konferenz der Freien in Erfurt am 8. 9. 2003

Mehr als die Hälfte der 3.000 freien Journalisten in Thüringen, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt verdienen im Monat nicht mehr als 1.000 Euro netto. Dies ergab eine heute in Erfurt vorgestellte Umfrage unter den Mitgliedern der vier Landesverbände des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV). Gleichzeitig wurde eine stärkere Konkurrenz unter den Freien sowie eine Verschlechterung der Verwertungsbedingungen für journalistische Produkte festgestellt. Auf der Konferenz der vier DJV-Landesverbände im Erfurter Augustinerkloster wurde weiterhin bemängelt, dass die wirtschaftlichen Umwälzungen auch die Qualität im deutschen Journalismus gefährden.

Unter dem Motto "FREIheit kostet was - Qualität hat ihren Preis" verabschiedeten die Konferenzteilnehmer eine "Erfurter Erklärung" zur wirtschaftlichen Situation von freien Journalisten. Darin fordern sie den Aufbau von Netzwerken und den gegenseitigen Verzicht auf "Honorardumping".

An die Adresse der Medien als Verwerter journalistischer Arbeit richteten sie die Forderung,  angemessene Vergütungen im Sinne des neuen Urhebervertragsrechts zu zahlen. Ausserdem soll der in den neuen Bundesländern und Hessen bislang nicht gültige "12a-Tarifvertrag" für arbeitnehmerähnliche freie Journalisten in Kraft gesetzt werden. Notwendig sei auch die Honorierung von Mehrfachverwertungen journalistischer Leistungen und Qualität. Die Abtretung von Exklusiv-Rechten müsse die Ausnahme sein, die aber eine höhere Vergütung erfordert.

Von der Politik erwarten die freien Journalisten der vier Bundesländer eine weitere Stärkung der Autorenrechte, damit freie Journalistinnen und Journalisten wirklich unabhängig zur Meinungsvielfalt in den Medien beitragen können. Kategorisch abgelehnt wird die geplante Ausweitung der Gewerbesteuer auf freiberufliche Journalisten.

Vom eigenen Berufsverband erwarten die Journalisten ein konsequentes Eintreten für eine qualitätsgerechte Honorierung sowie eine bessere soziale Grundabsicherung.

 

erfurt3kk

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Der Einladung ins Erfurter Augustinerkloster waren rund 60 Freie Journalistinnen und Journalisten aus Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gefolgt.

FREIheit kostet was! – Qualität hat ihren Preis

„Erfurter Erklärung" (RESOLUTION) der Konferenz der Freien, veranstaltet von den Landesverbänden des DJV in Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Die Umfrage der Landesverbände des DJV in Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zur wirtschaftlichen und sozialen Situation von freien Journalistinnen und Journalisten widerspiegelt die Situation in der Medienbranche, die durch Konzentrationsbestrebungen, ständig kleiner werdende (Honorar)Etats, Stellenstreichungen, erhöhte Leistungsanforderungen geprägt ist. Volontäre werden nicht übernommen, Festangestellte zur Selbständigkeit gezwungen, Absolventen der Hochschulen auf einen ungewissen Markt entlassen – der Konkurrenzkampf unter den Freien nimmt an Schärfe zu. Die wirtschaftlichen Umwälzungen gefährden die Qualität im Journalismus.

Vergleicht man die Einkommen mit den Verdienstmöglichkeiten in anderen Freien Berufen, so rangieren die Journalisten eindeutig im unteren Gewinnbereich. Mehr als die Hälfte der befragten Freien verfügt lediglich über ein monatliches Nettoeinkommen von rund 1.000 Euro. Dieses kommt nach dem Gesetz des Marktes von Angebot und Nachfrage zustande, was in der Regel zum Preisdiktat der Verwerter wird.

Ausgehend von der aktuellen Zustandsbeschreibung erhebt die Erfurter Konferenz der Freien folgende Forderungen.

Forderungen an alle Freien (Journalistinnen und Journalisten)

- Kein Honorardumping untereinander – für mehr Qualität im  
  Journalismus,
- Aufbau von Netzwerken.

Forderungen an den DJV

- Dringen auf Eintritt der Verwerter in Verhandlungen,
- Entwicklung von Angeboten für freie Journalistinnen und
  Journalisten, wie

· Existenzgründungsberatung und Betreuung in der Anlaufphase,

· Beratung und Förderung bei der Bildung von Journalistenbüros,

· Bedarfsgerechte Qualifizierungsangebote zur Herausbildung
  beruflicher und 

  unternehmerischer Fertigkeiten,

- Konsequentes Eintreten für eine qualitätsgerechte Honorierung und
  eine bessere soziale 

  Grundabsicherung.

Forderungen an die Verwerter

- Eintritt in Verhandlungen mit dem DJV über angemessene
  Vergütungen im Sinne des neuen 

  Urhebervertragsrechts und die bundesweite Ausdehnung der
  12a-Tarifverträge,

- Honorierung von Mehrfachverwertungen journalistischer Leistungen
 und Qualität. Exklusiv-

  Rechte müssen die Ausnahme sein und höher honoriert werden.

- Orientierung der Mindestvergütung an der Mittelstandsempfehlung,

- Kostenerstattung für erforderliche Aufwendungen zur Herstellung
  journalistischer Produkte.

Forderungen an die Politik

- Weitere Stärkung der Autorenrechte, damit freie Journalistinnen und
  Journalisten wirklich

  unabhängig zur Meinungsvielfalt in den Medien beitragen können,

- Keine Einbeziehung freiberuflicher Journalisten in die
  Gewerbesteuer,

- Kein Zurück hinter Standards, die das
  Künstlersozialversicherungsgesetz festschreibt.

- Regelungen zum Schutz hauptberuflich tätiger Journalistinnen und
  Journalisten vor Dumpingpreisen.