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"Stiefkinder" machen mobil
Umfrage und Kongress zur Lage der Freien in Mitteldeutschland
Als "Stiefkinder" der Gewerkschaften hat das "Medium Magazin" jüngst die freien Journalisten bezeichnet, dabei aber vor allem die eine große Einheitsgewerkschaft im Blick gehabt. Auch im DJV fühlen sich die Freien nicht rundweg gut aufgehoben, insbesondere dann, wenn die Tarifkommissionen wieder einmal ein paar Prozent mehr für die Lohntüte der angestellten Kolleginnen und Kollegen erstritten haben. Auf dem freien Medienmarkt ist im Gegenzug ein drastischer Einkommensabbau zu beobachten, der die materielle Situation unserer Berufsgruppe immer mehr polarisiert. Eine im Vorjahr durchgeführte Umfrage des Bayrischen Journalistenverbandes hat ergeben, dass die freien Journalisten im "unteren Gewinnbereich der Freien Berufe" in der Bundesrepublik liegen - mit einem Durchschnittsgewinn im Jahr 2001 von 47 132 DM. In Ostdeutschland erreichen viele Kollegen diese Summe nicht einmal als Umsatz, von Gewinn ganz zu schweigen.
Um ein aktuelles Bild von der tatsächlichen Situation der Freien hierzulande zu erhalten und die DJV-Arbeit zunehmend besser auf die wohl bald nicht mehr nur in Sachsen größte Mitgliedergruppe auszurichten, haben die Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen eine gemeinsame Initiative gestartet. Am 8. September soll in Erfurt ein Vier-Länder-Kongress unter dem Motto "FREIheit kostet was! - Selbstbewusst, solidarisch, konstruktiv" stattfinden, der sich an hauptberuflich freie Journalisten in allen Medienbereichen richtet.
Im Vorfeld dazu findet eine Umfrage zu Auftragslage, Honorierung, sozialer Absicherung usw. statt. Die Fragebögen werden nach dem Kenntnisstand der Geschäftsstelle über den Status der Mitglieder an die Freien in Sachsen verschickt. Ich bitte alle Kolleginnen und Kollegen, sich die nicht allzu große Mühe zu machen und an dieser Umfrage teilzunehmen. Wer als Freier keine Post erhält, sollte sich an die Geschäftsstelle oder an mich wenden. Nur wenn sie selber mittun kann vermieden werden, dass sich auch im DJV die Freien als "Stiefkinder" fühlen.
Gisela Bauer FA Freie Sachsen |