Journalisten sind im DJV!*

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Vor 60 Jahren: Am 7.Juni.1945 gründeten sieben Dresdner den Sächsischen Journalisten- und Schriftstellerverband. Zum Vorsitzenden wurde Walter Oehme (Vorsitzender des Nachrichtenamtes) gewählt. Das hatte mit dem DJV Sachsen noch nichts zu tun. Dennoch - seit 15 Jahren gibt es uns!

 15 Jahre
DJV Sachsen

Rückbli

Getreu dem föderalen Gedanken besteht der Deutsche Journalisten-Verband, Gewerkschaft der Journalisten (DJV), aus einzelnen selbständigen Landesverbänden. Im Sommer 1990 wurde daher nach dem Vorbild und mit Unterstützung der Verbände in den westlichen Bundesländern der Landesverband Sachsen des Deutschen Journalisten-Verbandes in Leipzig und Dresden gegründet. Sitz des neuen DJV-Landesverbandes war zunächst Leipzig. Bei der Eintragung ins Vereinsregister wurde dann jedoch die Landeshauptstadt Dresden als Sitz festgelegt.

Die Aufnahme der ersten Mitglieder, bis September 1990 waren es immerhin rund 300, erfolgte über die Geschäftsstelle des DJV-Landesverbandes Baden-Württemberg. Erst seit 1. September 1990 verfügt der DJV Sachsen über eigene Geschäftsräume in der Dresdner Breitscheidstraße 38.

Im November 1990 fand der erste Verbandstag des Landesverbandes in Dresden statt. Die zunächst provisorischen Wahlen des Vorstandes bei den Gründungsveranstaltungen wurden nun satzungsgemäß von allen, inzwischen über 450, Mitgliedern wiederholt. Der 1. Vorsitzende Prof. Günter Raue, seit Herbst 1989 gewählter Direktor der Sektion Journalistik an der Karl-Marx-Universität Leipzig, wurde in seinem DJV-Amt bestätigt. Wenige Tage später wurde der Landesverband beim Bundesverbandstag in Bonn unter dem Beifall der rund 300 Delegierten gemeinsam mit den Landesverbänden Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen offiziell in den Deutschen Journalisten-Verband aufgenommen. Sabine Hickmann (heute Sabine Bachert), Mitglied des DJV Sachsen, wurde als einzige Ost-Vertreterin in den Bundesvorstand gewählt. Im Januar 1991 trat der Vorsitzende Prof. Günter Raue bei einer Sitzung des Vorstandes in Leipzig aus persönlichen Gründen zurück. Die Geschäfte übernahm der 2. Vorsitzende, der sorbische Journalist Beno Rjecka. Auf Grund der personellen Veränderung im Vorstand und um die Kommunikation zwischen Mitgliedern und Vorstand zu verbessern, erschien im Februar das erste sehr provisorische Informationsblatt des Landesverbandes.

Der Februar 1991 brachte in Pirna das erste vom Landesverband selbst organisierte Seminar für freie Journalistinnen und Journalisten. Am 1. Juni 1991 wurde in Dresden beim 2. DJV-Gewerkschaftstag Beno Rjecka von den 69 Teilnehmern zum Landesvorsitzenden wiedergewählt. Im August des selben Jahres veranstaltete der DJV Sachsen den ersten Presseball im Hotel Bellevue Dresden. Rund 600 Gäste waren der Einladung gefolgt.

Im November 1991 beschloss der DJV-Landesvorstand die Herausgabe einer eigenen Mitgliederzeitschrift. Die erste erschien nach dem 3. Gewerkschaftstag, der am 23. Mai 1992 in Leipzig stattfand, und der in einer Abstimmung auch den Namen "DJV-Kurier" festlegte. Zur Landesvorsitzenden wurde in Leipzig Sabine Hickmann, Kreisredakteurin der Sächsischen Zeitung in Pirna, gewählt. Der Verbandstag beschloss u. a., fortan die Verbandstage nur noch im Zwei-Jahres-Rhythmus durchzuführen. Auch die Delegierten für den Bundesverbandstag wurden erstmals für zwei Jahre gewählt.

Kurz vor dem 92er Gewerkschaftstag konnte der Landesverband für die Sächsische Zeitung Dresden und die Dresdner Morgenpost mit dem Dresdner Druck- und Verlagshaus einen Firmentarifvertrag abschließen. Darin ist u. a. festgelegt, dass die Gehälter für Redakteure zum 1. Mai 1995 an die Westgehälter angeglichen werden.

Der Tarifvertrag eilt damit dem mit den Zeitungsverlegerverbänden Ost im April 1992 geschlossenen Gehaltstarifvertrag für Tageszeitungsredakteure um fünf Monate voraus. Hier ist eine stufenweise Angleichung der Gehälter bis zum 1. Oktober 1995 vorgesehen. Ähnliche Regelungen wurden auch für die Zeitschriftenredakteure per Tarifvertrag geschlossen.

Im August 1992 fand erstmals ein Sommerfest des DJV in Heidenau statt. Es sollte speziell die Mitglieder im Raum Dresden zusammenführen und eine Tradition begründen.

Beim Bundesverbandstag 1992 in Erfurt bringt der sächsische Landesverband einen Antrag ein, der dazu beiträgt, die bundesweite Strukturdiskussion zu stoppen. Der DJV Sachsen forderte die Erhaltung und weitere Förderung der ostdeutschen Landesverbände, bis sie sich vollständig entwickelt haben. Landesvorsitzende Sabine Hickmann tritt aus dem Bundesvorstand zurück, um sich in vollem Umfang den Aufgaben im Landesverband Sachsen zu widmen. Gemeinsam mit anderen Landesverbänden fordert der DJV Sachsen auf den Bundesverbandstagen eine konzentriertere Arbeit und schlägt die Einrichtung von Arbeitsgruppen vor.

Am 13. November 1992 findet als gemeinsame Veranstaltung mit dem Presseclub Dresden der 2. Sächsische Presseball im Dresden Hilton statt. Landtagspräsident Iltgen übernimmt die Schirmherrschaft.

Im Januar 1993 beschließt der Landesvorstand die vorläufige Aufhebung der Beitragssenkung für Studenten und Senioren von 5 DM. Der Mindestbeitrag wird auf 10 DM angehoben. Senioren und Studenten meinen der Beschluss sei unrechtmäßig. Aufgrund der unklaren Situation macht sich ein außerordentlicher Verbandstag notwendig. Er findet am 23. April 1993 in Dresden statt. Die Landesvorsitzende Sabine Hickmann nahm dabei den Beschluss des Vorstandes zur Beitragsanhebung zurück.

Der außerordentliche Verbandstag beschloss eine neue Beitragsordnung, die eine Staffelung von 8 bis 60 DM vorsieht. Auch diese Beitragsordnung, auf dem Verbandstag ohne jede Gegenstimme, bot später genügend Diskussionsstoff. Selbst Kollege Bucvic, der die neue Ordnung mit erarbeitet hat, meldet sich Wochen später zu Wort und zweifelt an der Richtigkeit der getroffenen Entscheidung.

Ende Mai 1993 kann der DJV Sachsen sein 1000. Mitglied begrüßen. Es ist Sylvi Behn, beschäftigt bei dem Chemnitzer Privatfunksender Radio Chemnitz.

Ebenfalls im Mai 1993 wurde nach langen Verhandlungen zwischen dem DJV, den anderen Gewerkschaften und dem Mitteldeutschen Rundfunk erstmals ein Manteltarifvertrag abgeschlossen, der in Anlehnung an Verträge bei anderen ARD-Anstalten rechtsverbindliche Mindestbedingungen für Arbeitsverhältnisse mit dem MDR aufstellt.

Grund zum Feiern, und so treffen sich viele Mitglieder am 9. Juli 1993 beim zweiten DJV-Sommerfest im Hotel Seefrieden in Moritzburg oder im September 1993 auf Schloss Weesenstein zum 3. Sächsischen Presseball. Er wird, völlig in Eigenregie und Dank vieler Helfer, der erfolgreichste des DJV-Sachsen. Zugleich ist er der letzte.

Im Dezember 1993 wird von DJV, Verlegern, den öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanbietern und den Presseclubs der Presseball e.V. gegründet. Im Januar 1994 tritt auch die Landespressekonferenz, die zweimal einen eigenen Ball (Frühlingsfest) veranstaltet hat, dem Verein bei.

Im Frühjahr 1994 unternimmt der Landesverband mehrere Versuche, um mit polnischen Journalistenorganisationen Kontakte aufzubauen. Vertreter des DJV-Sachsen reisen nach Zielena Gora und Wroclaw. Polnische Journalisten nehmen am 5. Landesverbandstag teil, der am 4. Juni 1994 in Zwickau stattfindet. Er soll u. a. einen neuen Vorstand wählen und dem Verband eine neue Satzung geben. Die vorgeschlagene Satzung findet allerdings nicht die Zustimmung der versammelten Mitglieder. Es bleibt damit auch bei der bisherigen Verbandsbezeichnung DJV Landesverband Sachsen. Die vorgeschlagene neue Beitragordnung, sie sieht eine notwendige stufenweise Anhebung der Mindestbeiträge vor, wird angenommen.

In den Vorstand werden gewählt: Sabine Hickmann (Vorsitzende), Beno Rjecka (2. Vorsitzender), Dr. Jürgen Schlimper (3. Vorsitzender), Birger Zentner (Schatzmeister) und als Beisitzer Rolf Dvoracek, Paul Jattke und Karin Bernhardt.

Der Verbandstag nimmt eine Resolution an den Mitteldeutschen Rundfunk an, die die Intendanz auffordert, ihre abweisende Haltung gegenüber einer monatlichen Sendung in sorbischer Sprache aufzugeben.

Am 19. August 1994 findet im Radebeuler Karl-May-Museum das 3. DJV-Sommerfest statt. Rund 130 Gäste sind diesmal der Einladung des DJV-Landesverbandes gefolgt.

Im Herbst des Jahres 1994 wird nach langen Verhandlungen beim Mitteldeutschen Rundfunk ein Tarifvertrag für Freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein Vergütungsstruktur- und ein Vergütungstarifvertrag abgeschlossen. Bittere Pille für die Arbeitnehmerseite: der Abschluss wird seitens des MDR von einer Neuregelung der per Manteltarifvertrag gesicherten Zeitzuschläge für Redakteure aller Vergütungsgruppen abhängig gemacht. Die notwendige Änderung des Manteltarifvertrages schließt fortan Arbeitnehmer(innen) höherer Vergütungsgruppen von Zeitzuschlägen aus.

Beim Bundesverbandstag, der 1994 in Bremen stattfindet, bringt der DJV Sachsen eine Resolution zur Verbandsflucht der Verleger ein, die bei den Delegierten große Zustimmung findet. Olaf Kittel, stellvertretender Chefredakteur bei der Sächsischen Zeitung, wird als DJV-Vertreter in den Deutschen Presserat gewählt. Hauptthema des Bundesverbandstages in Bremen war die Vier-Tage-Woche für Tageszeitungsredakteure. Dies und weitere Tariffragen beschäftigten auch den sächsischen Landesverband bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Januar 1995 in Leipzig. Zugleich wurden vom Registergericht geforderte Satzungsänderungen beschlossen. Die Teilnehmer beschlossen, das neu zugelassenen Uniradio Mephisto zu unterstützen.

Das Jahr 1996 brachte dem Landesverband eine grundsätzliche Frage: Wie weiter im DJV Sachsen? Bei der Mitgliederversammlung am 30. März 1996 in Bautzen diskutierten die Teilnehmer - erstmals in Arbeitsgruppen - über die weitere Arbeitsweise. Ergebnis war, so der DJV Kurier, ein Arbeitsplan für die nächsten zwei Jahre. Die bisher ergebnisreichste Tagung im DJV Sachsen (14 Anträge wurden behandelt) beschloss u.a. eine Entschädigungszahlung für Freie Journalisten zu schaffen, die für den DJV ehrenamtlich tätig werden. Die Mitgliederversammlung beauftragt den Landesvorstand, sich für die Reformwünsche vor allem junger Mitglieder (Netzwerk 35) stark zu machen.

Insgesamt ist 1996 ein erfolgreiches Jahr: Das alljährliche Wochenendseminar für Freie brachte mit fast 40 Teilnehmern eine Rekordbeteiligung. Grund ein Tagesvortrag zum Fotorecht, der an der TU Dresden stattfand. Im Frühjahr 1996 startet der DJV Sachsen als erster Landesverband ein eigenes Internetangebot. Und: Am 24. August lud der Landesverband zum Irischen Burgfest auf die Burg Stolpen ein. Viele kamen trotz ausgesprochen schlechten Wetters. In Kassel bringt sich der DJV Sachsen mit drei Anträgen ein. Die Diskussion um eine Namensänderung - Statt der bisherigen Unterzeile Gewerkschaft der Journalisten sollte nun auch die weibliche Form Platz finden (also...der Journalistinnen und Journalisten) - ergänzte Sachsen mit dem Vorschlag, generell neu zu "firmieren". "Deutscher Journalisten-Verband, Berufsverband und Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten", so der Wunschtitel der Sachsen, kam aber nicht durch. Freie und Randgruppen in Wirtschaft und Verwaltung wollten den Vorschlag nicht mittragen.

Die Intensivierung der internationalen Arbeit - auf der Bautzener Mitgliederversammlung beschlossen - bestimmt das Frühjahr 1997. Erstmals treffen sich dann am 26. April im kleinen tschechischen Städtchen Hradek deutsche, sorbische, polnische und tschechische Journalistinnen und Journalisten mit Politikern der drei Nachbarländer. Ein DJV-Seminar für junge Zeitungsmacher brachte im Mai in Bautzen rund 30 Jugendseitenredakteure der Lokalausgaben der Sächsischen Zeitung zusammen. Im Wasserschloss Klaffenbach feierte der Landesverband sein 6. Sommerfest. Beim Tag der Sachsen in Plauen beteiligte sich der Landesverband bei einem Fußballspiel. Neben den alten Herren spielten fränkische und sächsische Sportjournalisten: 3:3! Beim Bundesverbandstag im sachsen-anhaltischen Halle brachten mehrere ostdeutsche Landesverbände den Antrag auf Namensänderung (Gewerkschaft und Berufsverband) wiederum erfolglos ein. Auch der vorgeschlagene Zwei-Jahres-Rhythmus fand keine allgemeine Gegenliebe. Dafür eine bereits zum dritten Mal gemeinsam mit dem Bundespresseamt veranstaltete Reise für junge Journalistinnen und Journalisten sowie Volontäre und Studenten nach Bonn.

Am 28. März 1998 gab sich der Landesverband bei seiner turnusmäßigen Wahl-Mitgliederversammlung in Chemnitz einen neuen Landesvorstand: Neben der wiedergewählten Landesvorsitzenden Sabine Bachert Mertz von Quirnheim gehören dem Gremium an: Beno Rjecka (2. Vorsitzender), Dr. Jürgen Schlimper (3. Vorsitzender), Birger Zentner (Schatzmeister) sowie als Beisitzer Karin Bernhardt, Andrea Brüggemann-Sehrig und Reiner Thümmler. Die Mitgliederversammlung beschloss eine neue Beitragsordnung, die den Landesverband in die Lage versetzen soll, seinen Verpflichtungen gegenüber dem Bundesverband besser nachkommen zu können. In einer Resolution wendet sich der DJV Sachsen gegen Auslagerungen beim Mitteldeutschen Rundfunk. Zum Sommerfest lädt der DJV Sachsen in den Dresdner Zoo zu einer Afrikanischen Nacht ein. Im neu gestylten DJV Kurier geht es auf den ersten Seiten nun mehr um den DJV, Rechtsfragen und Tarife.

Auf dem Nürnberger Bundesverbandstag werden im November 1998 die Nürnberger Forderungen zur Medienpolitik angenommen. Sachsen setzt sich wiederum stark für die Freien ein. Zuerst sollte jeweils für sie die Tarifforderung aufgemacht werden, dann die für die Festangestellten. Dies, so die Meinung der Sachsen, entspräche der wachsenden Zahl der Freien im Verband (bundesweite Umfrage!) Und vor allem der veränderten Situation in der Medienwirtschaft. Der Landesverband konnte sich hier ebenso wenig durchsetzen, wie mit der Forderung nach einem eigenständigen Fachausschuss Personalräte.

Das im Dezember 1998 verabschiedete sogenannte Scheinselbständigkeitsgesetz der Bundesregierung sorgt auch unter den Freien Journalisten in Sachsen für Unruhe. Die Geschäftsstelle und der Landesvorstand bleiben im Frühjahr 1999 davon nicht unberührt. Der Beratungsbedarf ist enorm. Viele Freie Journalisten müssen um ihre Existenz bangen oder sich völlig neu einrichten. Positiv für alle festangestellten Redakteure an Tageszeitungen: Der Tarifvertrag Altersversorgung wird allgemeinverbindlich - auch nichttarifgebundene Unternehmen, wie die Freie Presse und das Hoyerswerdaer Tageblatt müssen zahlen.

Ein EU-Seminar zum Thema Regionalpolitik setzt am 27. /28. Mai 1999 einen internationalen Höhepunkt im Verbandsleben. Das gemeinsam mit der Europäischen Kommission veranstaltete Seminar lockt Teilnehmer aus allen Teilen der Bundesrepublik nach Leipzig.

Am 14. Juni 1999 bezieht der DJV Sachsen ein neues Domizil: Die Geschäftsstelle in der Dresdner Hospitalstraße 4. Mit dieser neuen Adresse hat die Geschäftsstelle nicht nur eine zentrale Lage, sondern für die Mitarbeiter verbessern sich auch die Arbeitsbedingungen.

Das 8. Sommerfest findet am 20. August 1999 in der Radebeuler Gastsstätte Goldener Anker statt. Gerade noch rechtzeitig, denn der Herbst wird heiß in Sachsen. Die Sächsische Zeitung kündigt an, sechs Lokalredaktionen auszulagern. Für die Betroffenen bedeutet das den Ausstieg aus dem Haustarifvertrag. Die Situation spitzt sich zu und es kommt zu einem fast vierwöchigen Streik, an dem sich viele Journalistinnen und Journalisten beteiligen, die für die Sächsische Zeitung als Festangestellte oder Freie arbeiten. Dies ist der erste große Streik in einem sächsischen Medienunternehmen. Am Ende steht eine tarifliche Vereinbarung, die den Mitarbeitern Bestandsschutz und den Gewerkschaften die Option für betriebsspezifische Tarifverhandlungen der nunmehr neugebildeten GmbHen in Pirna, Bautzen und Freital sichert. 

Die am SZ-Streik beteiligten DJV-Mitglieder erhalten vollen Ausgleich ihres Verdienstausfalles aus dem DJV-Streikfonds. Der Streik beschäftigt den DJV Sachsen noch lange. Er überdeckte auch den Bundesverbandstag in Bonn und die Feierlichkeiten zum 50jährigen Bestehen des DJV. Die Anträge des DJV Sachsen gelten bei diesem Bundesverbandstag übrigens den DJV-Aufnahmerichtlinien und Tarifverträgen für Online-Redakteure.

Mit dem Jahr 2000 vollendet der DJV Sachsen seine erste Dekade. Die Mitgliederversammlung in Leipzig würdigt dies ebenso wie das Sommerfest, das im Zusammenhang mit einer Bundesgesamtvorstandssitzung Gratulanten aus allen Teilen Deutschlands im Drachen am Dresdner Elbufer vereint. Den Bundesverbandstag 2000 in Berlin steuerte der DJV Sachsen wieder mit richtungsweisenden Anträge an.

Ein bereits zum zweiten Mal organisiertes internationales Journalistenpodium vereint im April 2001 im polnischen Städtchen Luban Journalisten und Politiker aus dem Dreiländereck. Sie diskutieren über grenzüberschreitende Probleme bei der bevorstehenden EU-Osterweiterung. Das zehnte DJV-Sommerfest findet in Großpostwitz bei Bautzen statt. Der DJV stetzt sich in diesem Jahr - auch beim Bundesverbandstag in Lübeck - für den Erhalt und die Tarifbindung der in Bautzen erscheinenden sorbischen Tageszeitung Serbske Noviny ein und protestiert gegen polizeiliche Handgreiflichkeiten gegenüber Journalisten (Bunte Republik Neustadt, Polizeieinsatz an der Dresdner Elbbrücke Blaues Wunder, Durchsuchung bei Bild). Der DJV protestiert auch gegen die Überprüfung der Freien beim MDR auf frühere Stasimitarbeit. Der Mitteldeutsche Rundfunk, so der DJV Sachsen, habe dazu kein Recht!

Das Jahr 2002 bringt für den DJV Sachsen u. a. die Neuwahl des Landesvorstandes am 23. März in Dresden, ein ins Wasser gefallenes Sommerfest in der Landeshauptstadt (Jahrhundertflut) und im November den Bundesverbandstag in Chemnitz.

Mit dem Jahr 2003 steigt die Mitgliederzahl des DJV Sachsen auf ihr bisher höchstes Niveau: Fast 1650 Mitglieder zählt der Verband für ein paar Wochen. Dann schlägt die vielbeschworene Medienkrise offensichtlich auch unter den sächsischen Journalisten zu. Freie geben ihre Existenzen auf, Medienbetriebe lagern aus oder beschäftigen weniger Festangestellte und Freie. Im Zusammenhang mit der ersten Konferenz der Freien, die die Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen gemeinsam veranstalten, führt der DJV Sachsen eine Umfrage unter den Freien Journalisten durch. Sie gestattet sowohl einen Überblick über die aktuelle Situation als auch einen Vergleich zur Situation der Freien vor zehn Jahren. Das Sommerfest findet - zugleich als Dankeschön für die vielfältigen Hilfen für Journalisten während und nach der Flut - im Staatsweingut Schloss Wackerbarth statt. Rund 300 Gäste erleben einen stimmungsvollen Abend. Beim Bundesverbandstag in Wiesbaden wird Birger Zentner - bisher Schatzmeister im DJV Sachsen - zum Bundesschatzmeister gewählt. Der DJV Sachsen schlägt unter anderem umfangreiche Satzungsänderungen vor, die teilweise heftig diskutiert und schließlich an den Gesamtvorstand überwiesen werden. Ein weiterer Antrag fordert (zum zweiten Mal übrigens) eine Studie Medienentwicklung und wird abgelehnt. 

An den höchsten Ort im Freistaat Sachsen zieht es den DJV-Landesverband im Jahr 2004. Die turnusmäßige Mitgliederversammlung findet im April auf dem Fichtelberg statt - unmittelbar an der Grenze zu Tschechien, das wenige Tage später mit weiteren osteuropäischen Ländern der EU beitritt. Ein Forum zum Sportjournalismus rundet die gelungene Mitgliederzusammenkunft ab. Im Juli tritt der Bundesverband zu einem außerordentlichen Verbandstag zusammen. Anlass ist der Ausschluss der Landesverbände Berlin und Brandenburg und die Gründung neuer.
Das traditionelle Sommerfest des DJV Sachsen findet -etwas “schaumgebremst”- im Barockgarten Heidenau Großsedlitz statt. Beim November-Bundesverbandstag in Hannover bedrohen nochmals die Geschehnisse in Brandenburg und Berlin den Ablauf. Auf Antrag der sächsischen Landevorsitzenden wird die Aufnahme der seit Sommer neu entstandenen Landesverbände in Brandenburg und Berlin gleich zu Beginn des Bundesverbandstages verhandelt. Die neuen werden aufgenommen und der Verbandstag nimmt von da an einen geordneten Verlauf.
Im Jahr 2004 verstärkt der DJV Sachsen sein Angebot an Weiterbildungsveranstaltungen erheblich. Angeboten werden u. a. auch zwei inhaltliche Seminare mit einer Pressekonferenz als Auftakt. Eine Mitgliederumfrage bestätigt dem Landesverband ein anerkanntes Leistungsprofil.

Dass die Entwicklung des DJV-Landesverbandes als positiv zu sehen ist, widerspiegelt sich eindrucksvoll in den wachsenden Mitgliederzahlen. Aus den rund 300 Mitgliedern im Jahre 1990 sind inzwischen fast 1600 geworden.  Interessant ist, dass vor allem freie Journalisten den Weg zum DJV finden - sie stellen mittlerweile fast 50 Prozent der Mitgliedschaft. Die notwendige Verknüpfung von rein gewerkschaftlichen Funktionen mit Verbands- und Serviceleistungen machen den DJV in Sachsen zu einer attraktiven Organisation. 

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